Zahnerkrankungen beim Kaninchen


Kaninchen leiden häufig an Erkrankungen, die durch Zahnprobleme verursacht werden. Anzeichen für eine Zahnerkrankung können sein

  • Unregelmäßiger Durchfall oder kleine, harte Kotballen
  • Speicheln; durch Speichel verklebtes Fell an Vorderpfoten und Kinn
  • Tränende Augen mit verklebtem Fell um die Augen; Feuchte Nase
  • Verweigerung von hartem Futter wie Möhren oder Heu
  • Einstellen der Futteraufnahme und „Kümmern“

Die meisten Zahnprobleme entstehen durch eine nicht optimale Futterversorgung, seltener durch angeborene Fehlstellungen der Zähne, meist der vorderen Schneidezähne. Eine artgerechte Ernährung für Kaninchen besteht zu einem Hauptteil aus frischen Gräsern und Wiesenpflanzen (Löwenzahn, Bärenklau, Wegerich, etc.) sowie Heu. Beides sollte immer in ausreichender Menge und guter Qualität zur Verfügung stehen, da Kaninchen möglichst viel Zeit mit Fressen beschäftigt sein sollten, damit ein natürlicher Zahnabrieb gewährleistet wird. Dazu sollte frisches Gemüse wie Karotten, Broccoli, Fenchel, Salate, Kohlsorten und Äste vom Obstbaum verfüttert werden. Trockenfutter und handelsübliche Snacks sowie getreidehaltiges Futter sollten gemieden werden. Als „Leckerchen“ bieten sich Obst, z.B. Apfelstückchen, Weintrauben sowie Haferflocken an. Wichtig bei einer Futterumstellung auf bisher unbekanntes Futter ist immer eine langsame Gewöhnung, damit die Darmflora sich an die Verdauung neuer Futtermittel anpassen kann.


Häufig führen Zahnspitzen zu schmerzhaften Verletzungen der Zunge oder Backe. Das Kaninchen möchte plötzlich kaum noch fressen und sitzt oft zähneknirschend und schlapp in einer Ecke. Durch zu lange Backenzähne kommt es außerdem nicht selten zu Zahnwurzel- oder Kieferabszessen. Zahnerkra
nkungen sollten im besten Fall durch eine Okklusionskorrektur unter Narkose behandelt werden. Erst dann lässt sich häufig das Ausmaß der Veränderungen gänzlich beurteilen. Sinnvoll ist häufig auch die Anfertigung eines Röntgenbildes des Kopfes, um die Zahnstruktur und Zahnwurzeln besser beurteilen zu können.


Sollten Ihnen bei ihrem Kaninchen oben aufgeführte Symptome auffallen, ist es sinnvoll, diese dringend tierärztlich abklären zu lassen. Über regelmäßige Vorsorge und Kontrollen sowie über  optimale Haltungs- und Ernährungsbedingungen beraten wir Sie gerne in unserer Praxis.

 

 

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Dr. H. Thierbach und S. Wanschura

Kleintierpraxis Nordhorn